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Fragen zum Text


Das Magnetfeld der Erde

Im Sommer 2003 raste nach gewaltigen Eruptionen auf der Sonne eine so genannte Plasmawolke auf die Erde zu. Plasma ist ein leuchtendes, elektrisch geladenes Gasgemisch. Wenn diese elektrisch geladene Plasmawolke auf das Magnetfeld der Erde trifft, so die Befürchtung der Wissenschaftler, dann entstehen dort Stromstärken, die die Sicherung durchbrennen lassen. Man rechnete damit, dass weltweit der Funkverkehr ausfällt, die Stromversorgung zusammenbricht und Satelliten versagen.
Aber die Katastrophe blieb aus, nur ein paar Funkfrequenzen waren gestört, und einige Satelliten wurden vorübergehend vorsichtshalber abgeschaltet. Das Beispiel zeigt: Das Magnetfeld der Erde, unser unsichtbarer Schutzschild gegen Sonnenstürme und kosmische Strahlung, gibt den Forschern immer noch Rätsel auf.

Wieso hat die Erde überhaupt einen Plus- und einen Minuspol? Warum richtet sich eine Kompassnadel stets in Nord-Süd-Richtung aus, was die Chinesen schon vor tausend Jahren herausfanden? Bis ins 16. Jahrhundert glaubte man, ein riesiger Magnetberg befinde sich irgendwo hoch im Norden. Und dieser Magnetberg würde die ganze Erde beeinflussen. Dann stellten Geophysiker vor einigen Jahrzehnten eine Theorie auf, die erst vor drei Jahren am Forschungszentrum Karlsruhe bestätigt wurde. In der heißen, elektrisch leitenden Flüssigkeit des äußeren Erdkerns entstehen Strömungen. Und diese Strömungen werden durch die Erddrehung zusätzlich schraubenförmig verwirbelt. Laborversuche in Karlsruhe bewiesen, dass dadurch ein Magnetfeld erzeugt wird.

Allerdings ist dieses Magnetfeld nicht stabil. Und genauso verhält es sich mit dem Magnetfeld der Erde. Dieses wird derzeit immer schwächer. Mehr noch: durch Gesteinsuntersuchungen haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Magnetfeld nach einer solchen Abschwächung, circa alle 750 000 Jahre, umkippt. Dann kommt es zu einem so genannten Polsprung, das heißt Nord- und Südpol vertauschen sich. Der nächste Polsprung wird in etwa 500 Jahren erwartet.
Warum das so ist, ist ungeklärt. Ebenso ungeklärt ist die Frage, ob dadurch das Klima verändert oder womöglich gar das Leben auf der Erde bedroht wird. Nur eins scheint sicher: Je schwächer das Magnetfeld der Erde, desto eindrucksvoller flackern die Nordlichter. Beim letzten Sonnensturm konnte das farbenprächtige Naturschauspiel sogar noch am Kölner Nachthimmel beobachtet werden.

(stark verändert nach HörZu 48/2003)